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Die Akkader

 

Semitisches Volk in Mesopotamien
ca.2330-2190 v.Chr

2330 v.Chr - 1500 v. Chr. Akkadisierung Sumers

Zeitachse

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Allgemein


Die Akkader gründeten das erste Großreich der vorderasiatischen Geschichte. 

 

Sprache


Akkadisch ist eine Ostsemitische Sprache, aus der sich später das Babylonische im Süden und das Assyrische im Norden entwickelte. Das Akkadische wurde um 2400 v. Chr. das erste mal niedergeschrieben und ist die erste niedergeschriebene semitische Sprache. Zum Niederschreiben der akkadischen Sprache wurde aus der sumerischen Keilschrift eine akkadische Keilschrift erstellt. Die akkadische Keilschrift besitzt ungefähr 600 Wort- und Silbenzeichen sowie 20 Konsonanten und acht Vokale. Die Keilschrift war jedoch für das Sumerische erstellt worden und nicht für das semitische Akkadisch. Das erforderte auch unter den babylonischen König die Durchführung einer Rechtschreibreform. Die Verben haben zwei Zeitformen: eine Vergangenheitsform und eine Form für die Gegenwart und Zukunft. Als die drei Kasus des Akkadischen gab es den Nominativ ,den Genitiv und den Akkusativ. Es gab zwei Genusformen im Akkadischen: das Maskulinum und das Femininum. Als Mengen formen gab es den Singular, den Dual und den Plural. 

Das Akkadische verdrängt im Akkadischen Reich immer weiter das Sumerische. Es finden sich aber auch viele bilinguale Texte in akkadisch und sumerisch. Nach der Gutäerherrschaft und dem somit erstanden Neusumerischen Reich, gelangte das Sumerische erneut kurz in den Vordergrund. Nach der Einwanderung der semitischen Amoriter in Mesopotamien gewinnt wieder das semitische Akkadische an Einfluss und das Sumerische verschwindet, bleibt aber noch als Gebildeten und Kultsprache erhalten. Das Akkadische wurde später von vielen mesopotamischen Völkern wie den Assyrern und den Babyloniern bis in das 4.Jh. v. Chr. gesprochen und bis in das 1.Jh. v. Chr. als Dokumentenschrift verwendet. Auch andere Völker wie die Hurriter, Elamiter, Gutäern und Luli übernahmen das Akkadische als Verwaltungs- und Kultsprache. Um 1950 v. Chr. spaltete sich das Akkadische in die zwei Hauptdialekte, das nördliche Assyrische und das südliche Babylonische. Das Akkadische wurde noch während der Armanazeit als internationale Diplomatensprache verwendet.

►Keilschrift

Staatsaufbau


Das akkadische Großreich profitierte von dem vorhergegangenen straffen Verwaltungsapparat der Sumerer, der weiter ausgebaut wurde. In den Städten, außer in den Sumerischen, wurden Statthalter eingesetzt. Der akkadische König hatte den Titel "König der vier Weltteile" und wurde zu seiner Lebzeit als Gottkönig verehrt. Auch ließen sich die akkadischen Könige nach sumerischer Tradition im Gottesdienst des Dumuzi, des sumerischen Vegetationsgottes, mitverehren.

 

Wirtschaft


Das Land wurde im akkadischem Reich nicht wie in Sumer durch Tempel verwaltet, sondern der König erwarb Ackerland und verwaltete es. Das war neu für die Sumerer, nach deren Glauben das Land den Göttern, und somit den Tempeln gehört. Das akkadische Reich nutzte die alten sumerischen Handelsrouten nach Tilmun, Makan und Meluhha. Besonders wichtig hierbei war der Bronzehandel mit dem Reich Makan. Die Schiffe legten zu der Zeit Akkads nicht wie üblich in den Hafenstädten Südsumers und Elams an, sondern in der Stadt Akkade.

 

Religion


In der akkadischen Religion wurde der Kriegsgott Zababa von Kiš verehrt. Die Akkader verehrten die sumerische Fruchtbarkeits- Liebes- und Kriegsgöttin und Stadtgöttin von Uruk weiter in Form der semitischen Göttin Ištar. Zu ihren Ehren wurden in Akkad zahlreiche Tempel errichtet, da sie die Stadtgöttin Akkads ist. Eine Legende erzählt, Sargon wurde als Sohn einer zur Keuschheit verpflichteten Tempeldienerin geboren worden und in den Tigris ausgesetzt worden sein. Sargon wurde von einem Gärtner aufgefunden und aufgenommen. Die Akkader brachten zunehmend astrologische Elemente in die Mesopotamische Religion ein. So wurde z.B. die Göttin Ištar der Venus zugewiesen und der semitische Sonnengott Schamasch der in Sippar verehrt wurde, der Mondgott Sin der dem Mondgott Nanna von Ur entspricht und der Herrschergott Dagan.

 

Militär


Die Akkader verwendeten zu Beginn ihrer Expansion aufgrund ihrer semitisch-nomadischer Steppen- und Wüstenherkunft leichte Waffen wie Bögen und Speere die sie von ihrer Jagdtradition übernahmen. Sie kämpften in kleineren Truppenteilen und nicht in festen Formationen. Sie verwendeten keine Rüstungen und Schilde, was ihre Beweglichkeit erhöhte.

Zur frühen Zeit von Sargons Großreich wurde ein stehendes Söldnerheer von 5.400 Mann aufgestellt.

 

Vorgeschichte


Akkadisch sprechende Stämme sind um 3000 v. Chr. in Mesopotamien ansässig. Auch andere Semiten, wie die Amoriter wandern nach  Mesopotamien, das durch seine reichen Städte und dem Wohlstand sehr anziehend ist. In mehreren Wellen wandern die Semiten in das Land und gründen dort kleine Gruppen. Sie lebten im Gegensatz zu den Sumerern als Hirten im Land. zahlenmäßig waren diese den Sumerern unterlegen, jedoch stieg ihre Zahl bis Sie die der Sumerer übertraf. Im 3. Jt. v. Chr. finden sich in Texten semitische Namen. 

►Sumerer

Die Zeit Sargons



Das akkadische Großreich unter Sargon

 

 

In der Djemdet Nasr-Zeit gab es ein vereintes Sumerisches Reich unter Lugalzaggesi von Uruk, während der Norden des Landes von semitischen Stämmen bewohnt war. Wie manch andere Semiten, arbeitete Sargon, dessen Vater Laipu hieß und über den wenig bekannt ist um 2350 als Beamter am Hof des Königs Urzababa von Kiš, der ein Vasall Lugalzaggesis von Uruk war. Sargon könnte aus einem Häuptlingsstamm stammen, weil er großen Einfluss auf die semitische Bevölkerung gehabt zu haben scheint.  Sargon gelingt es somit einen Aufstand der Semiten gegen die Sumerer zu starten und somit Kiš zu erobern und sich zum König zu ernennen. Er nennt sich seitdem Scharrukenu "Rechtmäßiger Herrscher". Ihr bittet  Lugalzaggesi darum, ihn als König von Kiš anzuerkennen, jedoch weigert sich Lugalzaggesi ihn anzuerkennen, wodurch es zu eine Krieg gegen den Sumerer kam. Lugalzaggesi war durch seine Ursupation in weiten Teilen der semitischen Bewohnern, sowie bei einem Teil der sumerischen Bewohnern unbeliebt. Sargon erobert als nächste Stadt Ur in Sumer. In der Folgezeit kann Sargon den Norden Sumers in wie die Berichte es nennen 34 Schlachten erobern. Nach dem Sieg über Lugalzaggesis und dessen Gefangennahme, wird Sargon der Herrscher über ganz Sumer, das er nun nach dem Namen seiner neu gebauten Residenz Akkad nannte. Als zweite Hauptstadt galt Kiš und als weiteres wichtiges Zentrum Gaschur (Nuzi). Er nutzt die sumerische Verwaltung und Infrastruktur für sein neues Reich, dass das erste semitische Großreich werden sollte. Sargon erobert in seiner Amtszeit Gebiete östlich des Tigris, Assyrien (Schubartum), Syrien, Elam, Mari, die Westküste des persischen Golfes und Tilmun (Bahrein). Es sollen Schiffe aus Tilmun, Makan und Meluhha im Hafen von Akkad am Tigris angelegt haben. Makan war wahrscheinlich Oman und ein Teil der Gegenüberliegenden Iranischen Küste und Meluhha ist die sumerische Bezeichnung für des Industal wo die hochentwickelten Induskulturen wie die Harrappakultur zu finden waren, zu dem schon unter sumerischer Zeit Seehandelswege bestanden. Auch Teile Kleinasiens wie Kappadozien mit ihren Silberminen stand unter akkadischer Oberheit. Spätere Quellen berichten, dass Sargon zur Hilfe gegen eindringende Völker nach Anatolien gerufen worden sei.Sargon soll auch auf Zypern gewesen sein, was vielleicht auch unter Akkadischem Einfluss stand. Gegen Ende seiner Regierungszeit kommt es jedoch zu Aufständen gegen die Akkader.

Die Zeit von Rīmuš und Maništūšu


Sein Nachfolger Rimuš muss sich in zahlreichen Schlachten gegen Aufständische Gebiete, insbesondere in Sumer und Elam behaupten. Akkadische Zahlen nennen im Kampf gegen Ur und Umma 8.040 Getötete und 5.460 Gefangene und im Osttigrisland bei der Schlacht von Kazallu 12.650 Getötete und 5.864 Gefangene. Maništišu festigt die Macht Akkads in Elam im Kampf gegen 32 Städte, jedoch gehen Kleinasien und Syrien zu dieser Zeit verloren. Beide Könige werden von ihren Dienern ermordet. Wobei Rīmuš von einem Diener mit einer Siegelrolle erschlagen wurde.

 

Narāmsîn


Naramsuēn (später Narāmsîn) der Sohn Manistusus bekämpft die Aufstände im Land, die von dem Fürsten der Stadt Kiš angeführt wird. Nach der Niederschlagung des Aufstandes, beginnt er die Grenzen des unter den Aufständen geschrumpften Landes wieder zu erweitern. Er eroberte Elam und Teile des Zagrosgebirges im Osten und Syrien, Teile Anatoliens, Kurdistan und Assyrien im Norden. Im Süden konnte er mit Hilfe einer Flotte Küstengebiete des persischen Golfes, bis zu den Land Makan erobern. Nach den Eroberungen bezeichnet er sich als "König der vier Weltufer/Ränder" und lässt sich mit dem Stadtgott von Akkade gleich. Mit den "vier Welträndern" werden wohl die Küsten des Mittelmeeres, des persischen Golfes und das Zagros und Taurusgebirge gemeint. Gegen Ende seiner Herrschaft erleidet sein Heer jedoch mehrere vernichtende Niederlagen, was mit Legenden vermischt auch in babylonischen und in den daraus abgeleiteten hethitischen Quellen genannt wird.

 

Šarkališ-arrī  "König der Könige"


Er lässt sich ebenfalls wie sein Vater als Gottkönig verehren und führt in seiner Regierungszeit Kriege insbesondere gegen Elam und den aus dem Zagroßgebirge neu einwandernden Gutäern. Nach erfolgreichen Kämpfen zu Beginn seines Amtsantritts hält sein Heer den vielen Kriegen nicht lange stand, und Šarkališ-arrī musste sein Reich nun gegen seine Nachbarn verteidigen, welches zu dieser Zeit stark geschwächt und geschrumpft ist.

 

Der Untergang


Nach Šarkališ-arrī kam es drei Jahre lang zu Machtkämpfen im akkadischen Reich, in denen vier Könige um die Macht kämpften. Nach dieser Zeit regierten Dudu und Šu-Durul als letzte akkadische Könige. Zu dieser Zeit war von dem einst so mächtigen akkadischen Großreich nur noch ein kleiner Rest übrig, und den beiden Herrschern gelang es nicht die Macht Akkads wiederherzustellen, sodass Akkad von den Gutäern vernichtet wurde.

 

Akkadische Könige

Šarru-kin / Sargon der Große 2371-2316
Rīmuš 2315-2307
Maništūšu 2306-2292
Narāmsîn 2291-2255
Šarkališ-arrī 2254-2230
(Anarchie) 2229-2227
Dudu 2226-2206
Šu-Durul 2205-2191

 

Wiederentdeckung


 

Literaturverzeichnis und Quellenangabe


Schmökel, Hartmut, Mesopotamien

Hrouda, Barthel, Der alte Orient, München 1991

 
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