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Die Assyrer

 

Volk am oberen Tigrislauf
ca 3000-614 v.Chr.

Stadtstaat Assur (2200-2000 v.Chr.)
Altassyrisches Reich (2000-1370 v.Chr.)
Mittelassyrisches Reich (1400 - 900 v. Chr.)
Neue Assyrisches Reich (900 - 612 v.Chr.)

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►Semiten
►Mesopotamien
►Assur
►Ninive

Zeitachse

Allgemein


Die Bezeichnung Assyrer und Assyrien wurde erst nur für die Bewohner der Stadt Assur angewannt, später verwendete man die Bezeichnung Assyrien für die Nordmesopotamische Tigrisebene.

 

Sprache


Die Assyrische Sprache ist ein Nordmesopotamischer Dialekt der semitischen Sprache akkadisch. Der assyrische Dialekt lässt sich das erste mal um 2000 v. Chr. nachweisen. 

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►Semitische Sprachen
►Keilschrift

Staatsaufbau


Der Staat wird von einem König regiert, der als Stellvertreter des Gottes Aššur, dem eigentlichen König. In Texten nennen sie sich deshalb išši´akkum. Ebenso werden sie rubā´um genannt, was "Großer" heißt.

 

Wirtschaft


In Assur treffen sich Handelswege von Südmesopotamien entlang des Tigris und vom Iran nach Syrien. Die Assyrer errichteten ein Handelsnetz mit 15 Handelskolonien besonders in Mesopotamien und Anatolien. Diese Handelsstationen und Behörden wurden kārum oder wabartum genannt, und verwalteten sich in den meisten Angelegenheiten selbst und, unabhängig vom assyrischen König. Beispielsweise befand sich so ein kārum in Kaniš, dass das Hauptzentrum des assyrischen Anatolienhandels war. Ebenso befanden sich in Anatolien in Hattuša, Buruschchatta und Alişar solche Handelsstationen, die hauptsächlich dem Zinn- und Bleihandel dienten. Zinn wurde vom Osttigristal nach Anatolien transportiert, dass dort zur Herstellung von Bronze benötigt wurde. Ebenso wurden Stoffe aus Mesopotamien nach Anatolien transportiert. Als Gegenleistung wurde Silber und manchmal auch Gold zurück nach Assyrien transportiert. Für eine Mine Silber erhielt man 45 - 200 Minen Kupfer. Die einheimischen Fürsten legten hierbei die Steuern und Zölle fest. Diese Handelsstationen wurden durch Verträge mit Absprache mit den einheimischen Fürsten errichtet und befanden sich oft außerhalb der Stadtmauer. Der Warenaustausch wurde häufig von Handelsgesellschaften organisiert, die daran natürlich gut verdienten. Handelsreisen waren durch die vielen Zölle und Steuern sehr kostspielig und gefährlich und machten manchmal Kredite erforderlich, wobei die Zinsen aufgrund der vielen Gefahren sehr hoch waren ( normalerweise 30%, teilweise jedoch über 100%). Zum Transport wurden Esel verwendet und aufgrund der oft rauen Wege nur selten Wagen. Der Handel hatte auch viele kulturelle Einflüsse in Anatolien zur Folge, so verbreitete sich hier die assyrische Sprache und Keilschrift, die jedoch schnell nach dem Ende der Kārumzeit in Anatolien wieder verschwand.

Im Neuassyrischem Reich spielte die Zwangsarbeit eine wichtige Rolle. In Kriegen wurde häufig die Bevölkerung des eroberten Landes, sowie die gefangengenommenen Soldaten versklavt, und zur Zwangsarbeit nach Assyrien gebracht, wo sie u.a. die Bewässerungsanlagen pflegen und auf den Feldern arbeiten mussten.

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►Handelswege
Kārumzeit in Anatolien

Kunst

 


 

Wissentschaft und Technik


c

 

Religion


Die von den Assyrern verehrten Götter waren unter anderem der Stadtgott Aššur sowie viele Götter die in mehreren Teilen Mesopotamiens verehrt wurden und die die Assyrer von den Babyloniern und Sumerern übernommen haben, wie beispielsweise die Fruchtbarkeits- und Kriegsgöttin Ištar. Ebenso spielten Dämonen in der assyrischen Religion eine wichtige Rolle, was man an vielen Beschwörungstexten auf Tontafeln erkennen kann.

 

Gesellschaft


Familie

Das assyrische Familienwesen war streng Patriarchalisch aufgebaut. Die Frau hatte kaum Rechte. Im Falle einer Scheidung konnte sich der Mann von seiner Frau trennen, ohne dieser Entschädigung zu zahlen. Frauen die keine Kinder zur Welt brachten, hatten kein Anrecht auf Erbschaft des Eigentums ihres Mannes. Assyrische Männer mussten wenn ihr Bruder starb und dieser Verheiratet war, dessen Frau heiraten. Wenn die Frau Ehebruch beging, hatte der Mann das Recht, über die Strafe zu entscheiden. Er konnte beide verschonen, verstümmeln oder umbringen. Abtreibung wurde mit dem Tod durch Pfählen bestraft.

Justiz

Das assyrische Gesetz war selbst für damalige Verhältnisse sehr grausam. Es war weitaus brutaler als das babylonische. Als Strafen gab es Verstümmelungen, das Entstellen des Gesichts, das häuten bei lebendigem Leib und das Pfählen.

 

Militär


Die Assyrer verfügten über ein gefürchtetes und schlagkräftiges Heer. Die Assyrischen Truppen verwüsteten häufig unterworfene Regionen und deportierten Teile der Bevölkerung um sie zusammen mit Kriegsgefangenen nach Assyrien zu bringen, die Rolle der Zwangsarbeit in der Assyrischen Wirtschaft ist umstritten. Es wurden auch Handwerker zur Errichtung von Gebäuden umgesiedelt. Der größte Teil der Deportierten war mit den Einheimischen gleichgestellt. Der größte Teil der Deportationen war im Neuassyrischem Reich, man vermutet, dass ungefähr 4,5 Millionen Menschen umgesiedelt wurden die Zahl ist jedoch nicht sicher. Ein Beispiel hierfür war die Deportation von 14.000 Bewohnern des Reiches Chanigalbat nach einem Aufstand gegen die Assyrer und die Umsiedelung von Aufständischen Volksgruppen innerhalb des Assyrischen Großreiches wie Beispielsweise von 29.000 Chattileuten westlich des Euphrats Sie verwendeten ebenso eine gnadenlose Kriegsführung was heißt, dass sie eroberte Gebiete terrorisierten und verwüsteten, was sie daraus herleiteten, dass sie in Auftrag des Gottes Aššur weite Gebiete erobern sollen und jeden Widerstand bestrafen sollten. Massaker und Plünderungen waren bei ihnen keine Seltenheit. Die Assyrer bestraften ihre Gegner auch, indem sie sie bei lebendigem Leibe häuteten oder Glieder abschlugen. Teils wurden Gefangenen die Zungen herausgerissen, die Lippen abgeschnitten oder die Augen ausgestochen. Man ließ auch Gefangene köpfen und hing ihre Köpfe an Bäume oder stapelte sie auf. Gefangene wurden auch durch Folter dazu gebracht Geheimnisse zu verraten. Als symbolisches Zeichen des Sieges, wurden die besiegten Könige dazu gezwungen, auf der Siegesparade, den assyrischen Königswagen zu ziehen. Dabei wurde ihnen der Kopf eines ihrer Volksangehörigen umgehängt.

"Viele Feinde ließ ich verbrennen, andere ließ ich frei. Manchmal ließ ich ihnen Arme und Hände abschlagen, oder Nasen sowie Ohren abschneiden. Vielen Männern ließ ich ein Auge ausstechen." (Inschrift des Assurnasirpal II.)

Das assyrische Heer bestand aus der Garde des Königs einem kleinen Berufsheer kisru das anscheinend im Kriegsfall mit Dienstpflichtigen der ilku erweitert wurde, und wenigen Truppen eroberter Gebiete. Die Assyrischen Truppen verwendeten Schuppenpanzer und Streitwagen und sogar Kameltruppen. Die benötigten Pferde erhielten sie aus dem iranischen Hochland, dem Zagrosgebirge und von den Mannäern. Die Kavallerie war geteilt in schwere Kavallerie, wozu Streitwagen und schwer gepanzerte Reiter gehörten und leichte Kavallerie zu der auch Boten (kallāpu) gehörten. Die assyrischen Truppen errichteten auch viele gut gesicherte Königsstraßen (hūl šarri) in ihrem Reich, was schnelle Truppenbewegungen und eine gute Logistik ermöglicht. Die Assyrer übernahmen auch Militärtechniken anderer Kulturen. So beauftragten sie phönikische und syrische Bootsarbeiter und Matrosen. Von den Elamitern übernahmen sie deren Bogenart und um 1200 v. Chr. übernahmen sie durch die Eroberung der späthethitischen Reiche in Syrien die Eisenverarbeitung, wofür sie hethitische Schmiede beauftragten. Der Erfolg des Heeres beruht auch auf den Einsatz spezialisierter Truppenteile, und mächtigen Belagerungsmaschinen. Kleinere Garnisonen an wichtigen Positionen und in Städten wie Nippur, Harran und Arbela. Bogenschützen, die häufig den Itū'u angehörten wurden auch für Polizeiaufgaben verwendet. Größere Feldzüge wurden von dem turtānu oder dem rab šaqê angeführt, während den Stadtgouverneuren nur kleine Truppenverbände unterstanden. Höhere Positionen waren u.a. die ša qurbute, die Verbindungsoffiziere, die Kavallerieoffiziere mušarkisu. Es gab vermutlich auch Truppenverbände mit nicht-assyrischer Bevölkerung wie z.B. eine Division mit Babyloniern und Aramäern und eine mit Israelitischen Truppen. 

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►Streitwagen
►Schuppenpanzer

Stadtstaat


Erste Kulturen in Assyrien wie z.B. Samarra, Tell Halaf sind seit dem Neolithikum nachweisbar. Ninive ist wohl ein paar Jahrtausende älter als Aššur. Um 2400 v.Chr. dringen die Akkader in Assyrien ein. Die Stadt Aššur wird um 2350 v.Chr. das erste mal unter diesem Namen genannt, eine frühere Besiedelung der Stadt konnte noch nicht nachgewiesen werden. Die Stadt liegt wirtschaftlich an einer bedeutenden Stelle, da von hier aus Handelsstraßen entlang des Tigris und nach Syrien verlaufen. Die assyrische Bevölkerung setzt sich aus semitischen und hurritischen teilen zusammen. Zur gleichen Zeit bildet sich um die Stadt Aššur ein kleines Fürstentum, das jedoch ein Teil des akkadischen Großreiches und später der 3.Dynastie von Ur ist. So sind die Assyrerkönige Ititi und Azuzu Vasallen des akkadischen Königs Maništūšu. Insgesamt ist Aššur stark in kultureller und religiöser Beziehung vom Süden Abhängig. So hatte Aššur einen Gouverneur des Ur-III-Herrschers Amarsu'ena namens Zarriqum. Nach dem Untergang der 3. Dynastie und nach der Herrschaft Naramsis von Eschnunna nach dem Hethitereinfall in Assyrien gelingt es Aššur sich um 1950 v. Chr. zu befreien.

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►Neolithikum
►Akkad
►3.Dynastie von Ur
►Babylon

Altassyrisches Reich


Das Reich Samsi-Adads I. von Aššur um 1717 v. Chr. und andere Reiche im Fruchtbaren Halbmond

 

Samsi-Adad I.

Die Herrschaft nationalassyrischer Könige wurde durch die Machterlangung Samsi-Adads I. beendet. Er kam vermutlich aus der Stadt Terqa südlich der Habur Mündung. Er ging während der Regierungszeit Naramsins nach Babylonien. Als er aus Babylonien zurückkam, eroberte er die Stadt Ekallatum ( Lage unbekannt ), herrschte drei Jahre in der Stadt. Dann setzte er Irišum II. von Assur ab. Er eroberte ganz Nordmesopotamien. Er setzte den babylonischen Gott Enlil mit Assur gleich. Er übernahm die assyrischen Herrscher Titel šar kiššati ( Herrscher der Welt). Samsi-Adad I. wechselte häufig seine Verbündeten, zu seinem Vorteil. Sein Reich wurde von drei  Personen regiert: Samsi-Adad I. beherrschte sein von Šubat-Enlil aus, sein Sohn Išmedagan residierte in Ekallātum und beherrschte das Tigristal. ein anderer Sohn Jasmahadad residierte im eroberten Mari. Feinde Assyriens waren u.a. das Reich Halpa/Aleppo in Nordsyrien. Dort hatte der Thronfolger von Mari, Zimrilim zuflucht gefunden und Halpa unterstützte ihn. Um diese Gefahr zu bannen verbündeten sich die Assyrer mit dem Reich Qatna/Mišrife. 

Išmedagan

Nach dem Tod Samsi-Adads I. verlor das assyrische Reich große Teile seiner Gebiete. Zimrilim konnte mit der Hilfe des Reiches Jamschad und durch den Angriff von Rimsin von Larsa Mari zurückerobern. Bis auf das Gebiet von Assur , das von Išmedagan gehalten wurde, verlor das Reich alle Gebiete. Ekallātum war von Truppen Eschnunas besetzt. Vom Norden drangen die nomadische Bergstämme der Turukku unter ihren Anführer Zazija in Assyrien ein und plünderten es. Der anatolische Handel und somit die Kārumzeit in Anatolien brachen dadurch zusammen. Išmedagan erhoffte sich Hilfe von den mächtiger werdenden Babyloniern unter Hammurabi I., an dessen Hof er eine Zeit lang tätig war. Nachdem die Babylonier die Kontrolle über Assyrien erlangten, wurde Išmedagan als Beherrscher dieses Gebietes eingesetzt. Nach seiner Herrschaft beginnt ein Abstieg Assyriens. Es finden sich jetzt kaum noch Überlieferungen und lückenlose und genaue Königslisten. 

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Hurriter

Die Herrschaft Mitannis


Durch die Einwanderung der Hurriter bildeten sich Hurriterreich wie das Mitannireich und das kleine Reich von Arrapha ( nahe Kirkuk ). Das assyrische Reich geriet unter Kontrolle des Mitannireiches. Das Reich Arrapha wurde zuvor von den Assyrern vernichtet. Um 1450 v. Chr. wird Aššur nach einem Aufstand gegen das hurritische Mitannireich unter Saustatar geplündert und als Vasallenstaat annektiert, und viele Objekte in die Hauptstadt Mitannis Wassukkanni transportiert. Aber schon um 1500 v. Chr. errichten die assyrischen Vasallenfürsten neue Stadtmauern in Aššur. Sie führen mehrere erfolgreiche Kämpfe gegen die Kassiten wodurch sie ihre Macht ein wenig ausdehnen können. Während der inneren Konflikte im Mitannireich um die Thronfolge, vor der Regierungszeit des Mitannikönigs Tuschrata, lockert sich der Einfluss des Mitannireiches über Aššur ein wenig, wodurch Aššur ein wenig Freiheit erlangt. Der Konflikt in Syrien zwischen Ägypten, Hatti und Mitanni verschafft Aššur einen weiteren großen Vorteil, da einerseits das Mitannireich von den vielen verlustreichen Kämpfen mit Ägypten und Hatti stark geschwächt ist, und dazu der ägyptische Pharao Amenophis III. zwanzig Goldtalente nach Aššur liefert, um das Mitannireich innerlich zu schwächen und somit den eigenen Einfluss verbreiten zu können. Sie nehmen Verhandlungen mit einem Nachbarstaat auf und verbünden sich mit diesem. 

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►Mitanni
►Hethiter
►Ägypten

Mittelassyrisches Reich


Das Mittelassyrische Reich zu Beginn des 13.Jh. v. Chr.

 

Nach dem Tod Tuschrattas um 1360 v. Chr. und die Angriffe des Hattikönigs Suppiluliuma ist das Mitannireich wieder innerlich zerstritten, was die Assyrer unter Assuruballit I. nutzen um sich vom Mitannireich nicht nur unabhängig zu machen, sondern auch große Gebiete des Reiches zu erobern oder zu verwüsten. Ihnen gelingt es auch hohe Adlige des ehemaligen Königs Tuschrattas mit Hilfe hurritischer Herrscherfamilien gefangenzunehmen und zu pfählen. Jedoch wird der assyrische Machtzuwachs durch die hethitische Expansion erst mal gestoppt. Der  Assyrerkönig Assuruballit I. nimmt diplomatische Kontakte zu anderen Großreichen wie Ägypten unter Pharao Echnaton und dem Kassitenreich auf. Durch Hochzeit seiner Tochter mit dem babylonischen König Karakindasch festigt er ein Bündnis mit dem südlich gelegenen babylonischen Kassitenreich. Der König wird jedoch von dem Ursupator Nazibugasch ermordet, was Assuruballit dazu bewegt nach Babylon zu ziehen und Nazibugasch zu töten. Danach setzt er Kurigalzu II. als König ein und nimmt den alten Titel des Königs Samsi Adad I. "König der Gesamtheit" wieder an und benennt sein Reich Assurland anstatt des Namens Subartu der abwertend von den Babyloniern genutzt wurde. König Arikdenilu führt Gebirgskriege gegen Aramäervolker. Über seine Feldzüge sind teilweise erhaltene Urkunden gefunden worden. Um 900 v. Chr. geht das Mittelassyrische Reich durch das Eindringen der Aramäer, einem Nomadenstamm aus der arabischen Wüste unter.

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►Babylon
►Aramäer

Neuassyrisches Reich


 

 

Das Neuassyrische Großreich um 670 v. Chr. unter Assarhaddon

 

Der Aufstieg des Neuassyrischen Reiches begann mit der Unterwerfung der Aramäerreiche in Syrien. Somit hatten die Assyrer die Macht über die Handelsrouten in Syrien zurück. Assurnasirpal II. brachte Gebiete im Iran und das Gebiet bis zur Mittelmeerküste unter Assyrische Kontrolle. Die Assyrer konnten in diesen Gebieten hohe Tribute eintreiben, womit die assyrischen Städte, besonders die neue Residenz Kalchu/Nimrud ausgebaut wurden. Besonders die reichen phönizischen Küstenstädte wie Tyros, Sidon, Byblos und Arwad sandten viele Geschenke an die Assyrer. Salmanassar III. versuchte die Macht Assyriens auf ganz Syrien und Teile Kanaans zu erweitern, jedoch schlossen sich viele Fürsten in Syrien und Kanaan zusammen und konnten den assyrischen Vormarsch für ungefähr zehn Jahre aufhalten. In einer großen Schlacht bei Qarqar am Orontes konnte diese Koalition die Assyrer besiegen. Jedoch gewannen die Assyrer unter Salmanassar III. denoch die Oberhand und drangen bis in die Nähe von Damaskus vor und Israel unter seinen König  Jehu wurde von ihnen abhängig. In der Folgezeit wendeten sich die Assyrerkönige nach Osten und bekämpften das Reich Urartu im nordöstliche Gebirge um den Vansee, das in dieser Zeit Aufstieg. Ebenfalls werden Kriege mit den Babyloniern geführt.

Der vorrübergehende Niedergang des Neuassyrischen Reiches

Unter Assurrabi II. drangen um 1000 v. Chr. die Aramäer erneut in das assyrische Reich ein, wodurch die Assyrer Westmesopotamien und Syrien verloren. Sie konnten sich jedoch nicht dauerhaft in Mesopotamien festsetzen. Sie gründeten nach assyrischen Quellen nur kleinere Fürstentümer. Unter Assurdan II. erreichten die  Aramäerkriege ihren Höhepunkt. Zudem fielen zu dieser Zeit auch Völker aus dem Sagrosgebirge in Assyrien ein. In den Aramäerkriegen begingen beide Seiten Grausamkeiten. Die Assyrer führten als Vergeltung für die Angriffe Massenhinrichtungen durch. Zudem Deportierten sie viele Aramäer, wodurch das assyrische Reich zunehmend aramäisiert wurde. Danach gelang es Assurdan II. bis zum Urmiasee und nach Malatia in Kleinasien vorzustoßen, doch konnten die Gebiete nicht weiter gehalten werden. Sonst wendete sich Assurdan II. der Landwirtschaft und der Anlage von Getreidespeichern zu. Denn es herrschten zu dieser Zeit Hungersnöte in Assyrien. Zudem gab es einen kulturellen Niedergang. Adadnerari II. viel wieder in Kleinasien bis Malatia ein und plünderte es. Zudem bekämpfte er Bergvölker und die Babylonier unter Schamaschmudammiq. Somit gewann er weite Gebiete von den Babyloniern. Die Niederlage von Schamaschmudammiq führte in Babylonien zu einer Revolte, wodurch Nabuschumischkun an die Macht kam. Er versuchte die assyrischen Besatzer im Norden des Landes zu vertreiben, scheiterte jedoch und musste einen Friedensvertrag mit den Assyrern schließen. Danach war das Verhältnis zwischen Babylonien und Assyrien verbessert und es kam auch zu einem Kulturaustausch. Zu Beginn des 8. Jh. v. Chr. wurde das Neuassyrische Reich stark geschwächt. Es kam zu Aufständen in Syrien, wovon das Reich Urartu profitierte, welches Nordsyrien eroberte.

Der Neuaufstieg unter Tiglat-Pileser III:

Unter Tiglat-Pileser III. begann der Neuaufstieg des assyrischen Reiches. Ihm gelang es die Aramäer erfolgreich zu bekämpfen und Nordsyrien von den Urartäern zurückzuerobern. Im Jahr 732 v. Chr. eroberte er die wichtige Stadt Damaskus und dringt bis nach Gaza vor. Diese Erfolge beruhen auf der Modernisierung des assyrischen Militärs. Die jetzt eroberten Gebiete blieben nicht nur tributpflichtige Staaten, sondern erhielten eine neue Verwaltung und wurden zu Provinzen des assyrischen Reiches. Um weiteren Aufständen vorzubeugen wurden viele Bewohner der neuen Gebiete zwangsumgesiedelt. Er ist ebenfalls König von Babylon.

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►Urartu
►Ägypten
►Meder
►Chaldäer

 

Salmanassar V.

Salmanassar V. eroberte die israelische Hauptstadt Samaria, und deportiert viele Bewohner der Stadt. Salmanassar V. wurde während einer Rebellion von Sargon II. getötet. Während dieser Rebellion fielen die  südsyrischen Gebiete ab. Diese Aufstände in Südsyrien wurden von den Ägyptern unterstützt. 

Sargon II.

Sargon II., ein erfolgreicher Feldherr übernahm durch die Rebellion die Macht in Assyrien und baute den Staat zu einem zunehmend militaristischen Staat um. Als hohe Beamte wurden jetzt meistens hohe Offiziere eingesetzt. Ihm gelang es Südsyrien unter seine Gewalt zu bringen. Dabei kommt es zu grausamen Racheaktionen gegen die Aufständischen. Im Norden konnte er Erfolge gegen die Phryger unter ihren König Mita ( bekannter als Midas ) verzeichnen. Er drang bis an die ägyptische Grenze bei Raphia vor. Er bekämpft ebenfalls die Reiche Urartu und Man im Norden und auch die Babylonier unter Marduk-apla-iddina II und ernannte sich zum König von Babylonien.  Er gründete die Stadt Dur Scharrukin ( Burg des Scharrukin ) und machte sie zur neuen Residenzstadt Assyriens.

 

Sanherib

Sanherib machte die Stadt Ninive zur Residenzstadt Assyriens und ließ ihre Umgebung durch Wasser eines 50 km langen Aquädukts bewässern. Ebenso baut er einen Monumentalen Palast. Unter seiner Herrschaft kam 703 der vertriebene Babylonierkönig Marduk-apla-iddina mit elamischer Unterstützung nach Babylonien zurück und organisierte einen Aufstand. Dieser wurde von den Assyrern gewaltsam niedergeschlagen. Marduk-apla-iddina wurde vertrieben und Teile der aufständischen Bevölkerung Babyloniens umgesiedelt. Anschließend zog Sanherib in das Sagrosgebirge und bekämpfte dort das Land Ellipi, die Kassiten und die Meder.  Er drang 701 in einem Feldzug gegen ein Bündnis syrisch-phönizischer Stämme und Ägypten bis nach Jerusalem vor. Ihm gelang es aber nicht die Stadt zu erobern. Erzählungen über die Belagerung lassen vermuten, dass eine Epidemie unter den Assyrern ausbrach. Er zog sich zurück, erhielt jedoch Tribute von Judäa, den Arabern und Sabäern. Während kleinere Aufstände in Kleinasien niedergeschlagen wurden, plante Sanherib einen Angriff auf Elam, wo gerade zuvor ein Staatstreich von Hallutusch stattfand. Dieser baute Befestigungsanlagen an der Elamisch-Mesopotamischen Grenze. Deshalb lies Sanherib in Ninive und anderen Städten am Tigris von Phöniziern eine Flotte bauen, welche den Tigris hinabfuhr und die elamische Flotte im persischen Golf schlug. Dan landete die Flotte an der elamischen Küste und plünderte Elam. die elamitischen Truppen zogen nach Nordbabylonien und eroberten Babylon. Er und sein Nachfolger Kuternahhunte II. fielen aber nach kurzer Zeit Thronfolgekonflikten zum Opfer. Humbanmenanu verbündete sich mit den Chaldäern und Babyloniern, konnte aber in der Schlacht bei Halule nur ein Unentschieden erkämpfen. 689 eroberten die Assyrer Babylon. Sanherib ließ die Stadt als Rache plündern und fluten. Die Heiligtümer wurden verschleppt oder zerstört. Die Bewohner wurden verschleppt oder getötet. In seinen letzten Regierungsjahren kam es zu Thronstreitigkeiten. Sanherib wurde 681von zwei seiner Söhne, laut AT Adrammelech und Sarezer in einem Nisrochtempel in Ninive ermordet, die anschließend in das Land Ararat geflohen sein sollen. 

Asarhaddon

Asarhaddon, ebenfalls einer seiner Söhne marschierte daraufhin nach Ninive und krönt sich im Addar des Jahres 681 v. Chr. zum König von Assyrien. Unter ihm setzte eine rege Bautätigkeit ein: er baute zerstörte Städte Babyloniens, insbesondere das von seinem Vater verwüstete Babylon wieder auf und ernannte seinen Sohn Schamasch-schumu-ukin zum König von Babylon, da er von der assyrischen Nationalpartei nicht als Kronprinz akzeptiert wurde. Der jüngere Sohn Asarhaddons, Assurbanipal wurde 672 Kronprinz. Durch seine Bautätigkeit wollte er die Babylonier und ihren Gott Marduk besänftigen. Er musste aufständische Aramäerstämme in Babylonien bekämpfen, welche zusammen mit dem Elamiterkönig Humbanhaltasch II. gegen die Assyrer kämpften. Als Humbanhaltasch II. starb, schloss Asarhaddon einen Friedensvertrag mit seinem Nachfolger Urtaku. Im syrisch-palästinischen Raum riefen die Ägypter zu Aufständen auf, woraufhin Asarhaddon Garnisonen an die ägyptische Grenze verlegte und sich gegen Aufstände in Phönizien behaupten musste. Im Norden fielen die von den Skythen bedrängten Kimmerer 679 und 673 in den Anatolisch-Mesopotamischen Raum ein, konnten jedoch aufgehalten werden. Asarhaddon verbündete sich mit einem skythischen Fürsten, um die nördliche Grenze zu sichern. Die Aggressionen der Ägypter führten zu zwei assyrischen Feldzügen nach Ägypten. Der Erste begann 674 und schlug fehl. Im zweiten Feldzug besiegten die Assyrer den ägyptischen König Taharkas und eroberten Memphis. Im Sagrosgebirge wechselte der ehemalige Verbündete Man die Seite und kämpfte mit den Medern unter der kimmerischen Herrschaft von Kschatrita (grch.:Phraortes) gegen die Assyrer. Sie konnten jedoch erst nur kleinere Grenzgebiete der Assyrer erobern. Gegen Ende seiner Herrschaft sprangen manche von Assyrien in Ägypten eingesetzte Gaufürsten ab, weshalb er einen neuen Ägyptenfeldzug antrat, jedoch auf dem Weg dahin starb Asarhaddon 669.

Assurbanipal

Assurbanipal wurde erst zum Priester ausgebildet und verfügte somit über umfangreiche Kenntnisse von Mathematik, sumerischer und akkadischer Schriften. Er errichte in Ninive, seiner Residenz eine der größten Bibliotheken im vorderen Orient. Er musste Krieg gegen seinen Bruder  Schamasch-schumu-ukin führen, welcher der König von Babylon war. Der Krieg dauerte von 652 bis 648 und wurde mit dem Tod von Schamasch-schumu-ukin bei der Eroberung Babylons beendet. In der darauffolgenden Zeit musste Assurbanipal jedoch weiterhin Kriege in Südmesopotamien gegen aufständische Städte und gegen die einfallenden Elamiter, welche die Aramäer im Meerland unterstützten. Er eroberte auch Tilmun und eroberte auch Ägypten zurück. Ägypten konnte jedoch durch den Unabhängigkeitskampf der Saïten unter Necho nicht gehalten werden.

 

 

Assyrische Könige

Stadtstaat Residenz: Aššur

Irišum I.  um 1830
Ikûum
Sargon I./ Scharrukin "legitimer König"
Puzur-Aššur   um 1780
Narāmsîn
Irišum II.

Altassyrisches Reich Residenz: Aššur

Samsi-Adad I.
Isme-Dagan I.
Assurbelnischēschu
Assurnadinachche
Eriba'adad I.

Mittelassyrisches Reich Residenz: Aššur

Assuruballit I. ( Aššur erwacht zum Leben ) 1366 - 1330
Enlil-nirari
Arik-den-ilu
Adad-nirari I.
Salmanassar I.
Tukulti-ninurta I.
Assur-nadin-apli
Assurnirari III.
Enlil-kudur-ussur
Ninurta-apal-ekur
Assurdan I.
Assurresisi I.

Neuassyrisches Reich Residenz: Aššur, Ninive

Tiglat-Pileser I.
Assured-apal-ekur
Assur-bel-kala
Eriba-Adad II.
Samsi-Adad IV.
Assurnasirpal I.
Salmanassar II.
Assurnirari IV.
Assurrabi II.
Assurresisi II.
Tiglat-Pileser II.
Assurdan II.
Adad-nirari II.
Tukulti-ninurta II.
Assurnasirpal II.
Salmanassar III.
Samsi-Adad V.
Semiramis (Mutter von Adad-nirari III.)
Adad-nirari III.
Salmanassar IV.
Assurdan III.
Assurnirari V.
Tiglat-Pileser III.  (auch Pulu genannt)
Salmanassar V.  (von Sargon II. ermordet)
Sargon II./ Scharrukin "legitimer König"
Sanherib
Asarhaddon (Assur-ach-iddin "Assur gab einen Bruder")
Assurbanipal
Assur-etil-ilani
Sin-sar-iskun
Assur-muballit

 

Wiederentdeckung


 

 
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