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Das Mitannireich

 

(heth.: Mittanna, Mittanni, akkad.: Hanigalbat)
ca.1700-1270 v.Chr.
Hurritisches Volk in Mesopotamien
ca.1550-1270 v.Chr.

Inhalt
Allgemeines
-Sprache
-Staatsaufbau
-Wirtschaft
-Religion
-Militär
Geschichte
-Vorgeschichte
-Mitanni

Zeitachse

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►Hurriter
►Arier
►Mesopotamien
►h

Allgemeines


Das Mitannireich war eines der mächtigsten Hurriterreiche in Nordmesopotamien. 

 

Sprache


Im Mitannireich wurde in breiten Bevölkerungsschichten das Hurritische gesprochen. In der Oberschicht die aus den eingewanderten Ariern bestand wurde das indoarische, eine indoeuropäische Sprache gesprochen, das jedoch auch viele Lehenwörter, besonders aus dem Bereich der Pferdehaltung an das Hurritische in Mitanni weitergab. Auch wurde das Assyrische durch die Vasallenschaft Assyriens im Raum Aššur und Ninive gesprochen.

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►Hurritisch
►Indoarisch

Staatsaufbau


Der Großkönig der aus der Schicht der Einwanderer kommt, was man anhand der indoeuropäischen Namen erkennen kann, regierte mit Hilfe von Streitwagenkriegerfürsten den sogenannten Marjanni (Ritter vgl. :altind. Marya: Junger Krieger). Diese Fürsten besaßen oft Pferdehöfe, da diese in der Gesellschaft eine wichtige Rolle spielten. Ihre Ländereien werden weitervererbt. Es sind viele Tontafeln über die Zucht und Haltung von Pferden vorhanden, die sehr ausführlich und auch sachlich korrekt sind. Pferde zählten zum Teil mehr als Menschen. Insgesamt war der Staat ähnlich dem indischen Kastensystem Verwaltet. In hethitischen Quellen wird das Mitannireich als ein aus mehreren Stadtstaaten bestehendes Reich bezeichnet, das von einem Großkönig regiert wird. Die einzelnen Staaten leisten dem König von Mitanni Treueschwüre, können jedoch noch selbständig Kontakte zu anderen Staaten aufrecht erhalten.

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►Kastensystem
►Streitwagenkulturen
►Kavallerie
►Tierzucht

Wirtschaft


Mitanni profitierte von der Zeitweisen Besetzung der syrischen Städte, die eine wichtige Rolle im damaligen Handel spielten.

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►Syrien

Religion


Durch die arische Einwanderung, die wie im Mitannireich auch wie in Indien stattfand, lassen sich viele Parallelen zu der altindischen Mythologie und Götterwelt erkennen. So ist die Religion Mitannis eine Polytheistische mit vielen arischen Gottheiten wie Rigweda, Mithras, Waruna und des Gewittergottes Indra. Die Hurriter verehren als Hauptgötter Teschup \ Teššop den Wettergott, Chepat die Sonnengöttin und Kumarbi den Gottvater.

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►Polytheismus
►Altindische Religion
►Hurritische Religion
►Indische Mythologie

Militär


Das Mitannireich besaß aufgrund der von den eingewanderten arischen Nomaden eingeführte Streitwagentruppe und Reiterei über eine enorme Schlagkraft. Die Kavallerie bestand häufig aus arischen Fürsten, die ihre Pferde selbst verpflegten und sich im Kriegsfall zur Verfügung stellten. Wie in vielen anderen Reichen war die militärische Rangordnung von der gesellschaftlichen Stellung Abhängig.

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►Streitwagen
►Streitwagenkulturen
►Kavallerie
►Tierzucht

Vorgeschichte


Hurritische Stämme aus der Region des Van-Sees und sind schon im 3.Jt v.Chr. in Mesopotamischen Keilschrifttexten erwähnt. Um 1680 v.Chr. begannen sie nach Süden in Nordmesopotamien einzuwandern. Sie waren kein Semitisches Volk. Die Hurriter unternehmen seit 1500 v.Chr. Feldzüge in benachbarte Gebiete wie Mesopotamien, Kleinasien, Syrien und Palästina, wo sie sich auch vereinzelt aufhalten. Um 1800 v.Chr. bilden sich Hurriterstaaten, die teilweise von Gruppen der nach Südwesten wandernden Indoarier regiert werden. Dies lässt sich anhand der Indoeuropäischen Namen der Führungsschicht erkennen. 

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►Hurritische Wanderung
►Hurriterstaaten
►Arische Wanderung
►Arier

Die Zeit Mitannis


Das Mitannireich erstreckte sich während seiner Blütezeit 1450 - 1350 v.Chr. unter Šaustatar von der Mittelmeerküste bei Ugarit im Westen bis über dem Euphrat im Osten. Sogar Assyrien mit seinen Städten Ninive und Assur war ein Vasallengebiet des Mitannireiches. 

 

Im Laufe der Zeit wird das Mitannireich, dass ungefähr 1700 v.Chr. entsteht mit seiner Hauptstadt Wassukkanni das stärkste dieser hurritischen Staaten. Im 16. Jh. v. Chr. kommt es zu Auseinandersetzungen mit den Hethitern unter Hattusilis I. die Feldzüge bis in die Gebiete Suda und Ilanzura führen. Nach der hethitischen Eroberung des Reiches Halpa / Jamhad in Syrien unter Mursilis wird das Mitannireich während des Hethiterfeldzuges gegen Babylon von hethitischen Truppen durchquert, wobei es aber nicht zu großen Auseinandersetzungen kommt, welches an der noch geringen Macht des Hurriterreiches liegt.

Im 15. Jh. v. Chr. beginnt der Aufstieg des Mitannireiches, in dessen Machtbereich jetzt auch Nordsyrien und kurz auch das abtrünnige hethitische Gebiet Kizzuwatna gehören. Die syrischen Stadtstaaten konnten sich zuvor im 16. Jh. nach dem Untergang des Althethitischen Reiches von den Hethitern losreißen. Mitanni nutzte dies um Halpa, Alalha, Tunippa, Kattanna und Karkemisch und andere Städten dem mitannischen Reich anzugliedern. Wie die Hethiter sind die Mitanni geschickte Diplomaten, die zahlreiche Verträge mit ihren Nachbarn und internen Teilreichen erstellen. Auch Assur kommt unter die Herrschaft Mitannis, jedoch versucht dieses immer wieder verbündete gegen seine Herren zu finden und sich loszureißen. Zur Vergeltung plündert Šaustatar die Stadt Assur

Der Untergang

Nach der Ermordung von Artaššumara kommt es zu längeren Thronfolgekonflikte. König Tušratta erleidet mehrere Niederlagen gegen die Hethiter. Der assyrische König Assur-uballit I. und die Hethiter unterstützen Artatama II. den Bruder und Konkurrent Tušrattas, wodurch Artatama II und dessen Sohn Šuttarna III. an die Macht kommen und Tušratta ermordet wird und sein Sohn Šattiwaza nach Hatti flieht. Als Dank für die Unterstützung der Assyrer erhält Assur-uballit I. einen Teil des königlichen Schatzes und zahlreiche politische Gefangene. Assur startet in der Folgezeit einen eigenständigen Feldzug gegen das hethitische Karkemisch in Syrien und regieren unter Šuttarna III. das Mitannireich, jedoch bricht die Unterstützung der Oberheit Mitannis zusammen, da unter dem König der hethitischen Sekundogenitur Karkemisch Sarikusuhas, der auch Sohn Suppiluliumas I. ist, das Mitannireich um 1370 v.Chr. erobert und als ein auf das Kerngebiet Mitannis beschränkte Teilreich an das Hethiterreich angeschlossen wird. Der zuvor nach Hatti geflohene Šattiwaza wird der König dieses Teilreiches. Auch das Mittelassyrische Reich kann große Teile Mitannis erobern, und bedroht auch das hethitische Teilreich Mitanni. Die Hethiter lassen die Oberschicht Mitannis an der Macht, während die Assyrer sie ablösen und durch Assyrer ersetzen. Der assyrische König Adad-nērārī erobert das Hezland Mitannis bis zum Euphrat im Westen. Unter dem Mitannikönig Wašašatta erobern die Assyrer nach einem Aufstand die Hauptstadt Mitannis Taida, wodurch das Mitannireich ein Kleinstaat mit der Hauptstadt Irrida wird. Die Hethiter versuchen ihren Einfluss in diesem Gebiet durch Unterstützung des Mittannikönigs Šattuara II. gegen den Assyrerkönig Salmanassar I. aufrecht zu halten, was jedoch nicht lange gelingt. Mitanni wird eine Provinz des westassyrischen Reiches mit der Hauptstadt Dūr-Katlimmu am Hābur. Das Land wird jetzt von einem Mitglied der assyrischen Familie mit dem Titel "König von Hanigalbat" verwaltet.

Links
►Hurriterstaaten
►Ugarit
►Assyrer

Mitanni Könige

Kirta(?)
Suttarna I. um 1550 v.Chr.
Parattarna
Parsatatar
Šaustatar um 1430 v.Chr.
Artatama  um 1450 v.Chr.
Šuttarna II.
Artaššumara 
Tušratta  um 1385 v.Chr.
Šuttarna III.
Šattiwaza
Wašašatta
Šattuara II.

 

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